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Sonntags Ge-danken

by Wilfried Römer / Samstag, 08 August 2026 / Published in Geistlicher Impuls

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

Bildquelle: evangelische Kirchengemeinde Köln Rath-Ostheim

Jan Opiéla,
Präses der Katholischen Landvolkbewegung im Erzbistum Köln

19. Sonntag im Jahreskreis A (2026) Lesung: aus dem ersten Buch der Könige (19, 9a.11-13a) Evangelium: Matthäus 14, 22-33, 09.08.2026

Da bekommen wir das sogenannte journalistische ‚Sommerloch‘ ja dann doch noch mit einer wieder aufflammenden Diskussion um die Rente gefüllt und knüpfen die Koalitionäre erneut da an, was SPD und CDU meinten, schon ohne Nachwehen hinter sich lassen zu können.

Diejenigen welche gehen müssen oder schon dürfen, werden durchweg wahrscheinlich nicht ganz ohne Wehmut das entstandene ‚Loch‘ als PensionärInnen oder RentnerInnen überspringen können. Da fehlen nun eingeschliffener Tagesablauf und gewohnte Wege, nicht nur Smal-Talk, sondern auch ernsthafte Diskussionen, gar Vertrautheit, das Ringen um Aufgabenbewältigung und das gemeinsame Aufatmen nebst kleinem Umtrunk, wenn’s geschafft ist … all das aus 22 Jahren in der ‚Seelsorge mit Roma und Sinti‘ räume ich gerade weg und schließe damit auch gleichzeitig nach 60 Jahren eine Dienststelle bei der DBK, was mir in der Tat dann doch schwerfällt.

Nun offiziell nicht mehr gebraucht zu werden, wollte ich nicht und knüpfe deshalb nochmal, bis zum endgültigen Aus mit 75, an die Anfänge, an die Pfarrseelsorge an, was als Kölner selbst in Düsseldorf funktionieren sollte! Doch die ersten Wochen in riesigen Innenstadt-Kirchen mit nur noch handverlesenen Mitfeiernden, stimmt mehr als nur nachdenklich und mitunter geht es mir so wie Elija aus der Lesung des Alten Testamentes. Der Prophet hatte sich im wahrsten Sinne des Wortes ‚mordsmäßig‘ (nämlich mittels Tötung) für seinen Gott gegen die Baals-Priester der Herrscherin Isebel durchzusetzen versucht und ging nun fest davon aus, dass Gott auf seiner Flucht vor den Verfolgern unübersehbar hinter ihm und seinem Tun steht. Das verband er mit dem klassischen göttlichen Erscheinungsort, dem Berg Horeb, von wo er einen gewaltigen Machterweis ‚seines‘ Gottes erwartete. Doch Fehlanzeige, denn weder Sturm, Erdbeben noch Feuer, sondern ‚ein sanftes, leises Säuseln‘ (Vers 12) sollte diesmal die Gegenwart Gottes anzeigen.

Zwar bin ich nach manch recht kapriziösen Verkündigungseinsätzen nicht auf der Flucht, stehe nun aber in Horeb gleichen Monumenten, die Gottes Größe atmen. Doch wo nur ist dieser Allmächtige, wenn nicht regelmäßig der Organist mit dem Segen noch ein Nachspiel folgen ließe und sich derart in die Tasten wirft, dass der Turm zu wackeln scheint und so ein Gefühl von ‚Ein Haus voll Glorie schauet, weit über alle Land …‘ (GL 478) wachruft. Aber mit dem Schlussakkord und letzten Nachhall findet sich das nochmals geschrumpfte Häufchen Getreuer ganz hinten in der Ecke bei Kaffee und Kaltgetränken, ganz dem ‚sanften ‚leisen Säuseln‘ entsprechend.

Nicht viel anders erging es auch dem Petrus im Evangelium (um 80 n.Chr.), der als einziger wohl den Durchblick hatte und im gespenstischen Nebel auf dem See, Jesus meinte sicher zu erkennen. Mutig springt er und scheint ganz übermütig zu vergessen, dass es bei ihm mit dem Schwimmen wohl nicht zum Besten steht und folglich unterzugehen drohte. Petrus war fest davon ausgegangen, dass die Beziehung zu seinem göttlichen Meister über alles, selbst über menschliche Unzulänglichkeiten hinweg, tragend ist, doch seine stolze Gottgewissheit endete in einem jämmerlichen Hilfegeschrei.

Fast bruchlos knüpft Kirche mit ihren Petrus-Nachfolgern hier an, muss jedoch heute feststellen, dass viele Zeitgenossen, Frauen wie Männer und junge wie auch in Gemeinde alt gewordene, diese über alles klerikal dominierende (Selbst-)Gewissheit ablehnen und hinter sich lassen. Schlussendlich trägt dann also die Kontinuität in der Kleinheit des Glaubens, was schon Jesus dem Petrus nach seinen Gehversuchen auf dem See zugesagt hatte ‚Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?‘ (Vers 31). So dass Kirche, die bisher nur ‚in Groß‘ konnte (nicht zuletzt auch wir!) lernen muss, in den kleinen Kreisen, trotz der niemals endenden Glaubenszweifel, präsent zu sein, um beim genauen Hinhören, dann doch so dazwischen das Bekenntnis wahrnehmen zu können ‚Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn‘ (s. Vers 33), was letztendlich das einzig Große ist, das Bestand hat.

Fragen und Diskussionsbeiträge bitte an: jan.opiela@web.de

Biblische Texte zum 19. Sonntag im Jahreskreis A (2026)

Lesung: aus dem ersten Buch der Könige ( 19, 9a . 11 – 13 )

Elija am Horeb

1 Ahab erzählte Isebel alles, was Elija getan, auch dass er alle Propheten mit dem Schwert getötet habe. 2 Sie schickte einen Boten zu Elija und ließ ihm sagen: Die Götter sollen mir dies und das antun, wenn ich morgen um diese Zeit dein Leben nicht dem Leben eines jeden von ihnen gleichmache. 3 Elija geriet in Angst, machte sich auf und ging weg, um sein Leben zu retten. Er kam nach Beerscheba in Juda und ließ dort seinen Diener zurück.[1] 4 Er selbst ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, HERR. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter. 5 Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! 6 Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin. 7 Doch der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal, rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich. 8 Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb. 9 Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des HERRN erging an ihn: Was willst du hier, Elija? 10 Er sagte: Mit leidenschaftlichem Eifer bin ich für den HERRN, den Gott der Heerscharen, eingetreten, weil die Israeliten deinen Bund verlassen, deine Altäre zerstört und deine Propheten mit dem Schwert getötet haben. Ich allein bin übriggeblieben und nun trachten sie auch mir nach dem Leben. 11 Der HERR antwortete: Komm heraus und stell dich auf den Berg vor den HERRN! Da zog der HERR vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem HERRN voraus. Doch der HERR war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der HERR war nicht im Erdbeben. 12 Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der HERR war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. 13 Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle. 14 Da vernahm er eine Stimme, die ihm zurief: Was willst du hier, Elija? Er antwortete: Mit Leidenschaft bin ich für den HERRN, den Gott der Heerscharen, eingetreten, weil die Israeliten deinen Bund verlassen, deine Altäre zerstört und deine Propheten mit dem Schwert getötet haben. Ich allein bin übriggeblieben und nun trachten sie auch mir nach dem Leben. 15 Der HERR antwortete ihm: Geh deinen Weg durch die Wüste zurück und begib dich nach Damaskus! Bist du dort angekommen, salbe Hasaël zum König über Aram! 16 Jehu, den Sohn Nimschis, sollst du zum König von Israel salben und Elischa, den Sohn Schafats aus Abel-Mehola, salbe zum Propheten an deiner Stelle. 17 So wird es geschehen: Wer dem Schwert Hasaëls entrinnt, den wird Jehu töten. Und wer dem Schwert Jehus entrinnt, den wird Elischa töten. 18 Ich werde in Israel siebentausend übrig lassen, alle, deren Knie sich vor dem Baal nicht gebeugt und deren Mund ihn nicht geküsst hat.

Evangelium: Matthäus 14, 22 -33

Die Offenbarung des Gottessohnes auf dem Wasser

22 Gleich darauf drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. 23 Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten. Als es Abend wurde, war er allein dort. 24 Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. 25 In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen; er ging auf dem See. 26 Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. 27 Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! 28 Petrus erwiderte ihm und sagte: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme! 29 Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und kam über das Wasser zu Jesus. 30 Als er aber den heftigen Wind bemerkte, bekam er Angst. Und als er begann unterzugehen, schrie er: Herr, rette mich! 31 Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? 32 Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. 33 Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.

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