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Sonntags Ge-danken

by Wilfried Römer / Samstag, 26 September 2026 / Published in Geistlicher Impuls








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Pfarrer Jan Opiéla – Präses der Katholischen Landvolkbewegung im Erzbistum Köln

26. Sonntag im Jahreskreis A (2026) Lesung: aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper (2, 1 – 11) und Evangelium: Matthäus 21, 28 – 32, 27.09.2026

Mit beiden Händen formt sie ein Herz in Richtung Pressepulk von der Bühne herab zu einer frenetisch jubelnden Anhängerschaft und verkündet noch mit pipsiger Stimme, dass die ‚Vision‘ von Berlin als einem nunmehr ‚besseren Ort für ein gutes Leben in Würde‘ gewonnen hat. Sie verspricht eine ‚umarmende Politik‘ und möchte ‚Brücken bauen‘ in einer Stadt, wo mit den Senatswahlen dann doch die ‚Liebe und Gerechtigkeit über den Hass gewonnen‘ hat, so die Spitzenkandidatin der ‚LINKEN‘, Elif Erlap, die selbst als Kind mit ihren in der Türkei politisch verfolgten Eltern emigrieren musste.

Eine Wortwahl aus Politikerinnen Mund, die wir kaum gewohnt sind und eher in der ‚C‘ Partei verorten würden. Die jedoch ist weit abgeschlagen oder hat es, wie in Mecklenburg-Vorpommern, erst gar nicht mehr ins Parlament geschafft. Eine bis dato verlässliche politische Mitte, mit Schattierungen von rot und schwarz ist abhandengekommen und die Ränder von ‚links‘ und ‚rechts‘ bieten schon lange keinen Orientierungsrahmen mehr.

Ähnlich gelagert scheint es im Evangelium, wo der JA sagende Sohn, dann doch nicht zur Arbeit im Weinberg erscheint und der andere, zuvor NEIN sagende, später erstaunlicherweise auftauchte. Auch hier haben sich bereits schon verlässliche Ordnungskriterien nachhaltig verschoben! Womit genau die Auseinandersetzung aufgezeigt ist, in der sich Jesus damals mit den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes befand und ihnen hier mit dem ‚Gleichnis‘, quasi durch die Blume, ihre ablehnende Haltung seiner Botschaft zum Vorwurf machte (vgl. Vers 31). Das hat dann für die junge, aufstrebende Kirche unter Petrus und Paulus dazu geführt, den ursprünglichen Sendungsauftrag Jesu für die Juden auf die Mission der Heiden hin zu erweitern, um so überhaupt eine Verbreitung der Lehre durch christliche Gemeinschaften zu gewährleisten.

Doch heute haben wir es innerkirchlich mit ‚Töchtern‘ und ‚Söhnen‘ in unseren Gemeindeverbänden zu tun, die bereits mehr als nur emsig im Weinberg gearbeitet haben, jetzt jedoch NEIN sagen und sie es rückblickend sogar fast ‚reut‘, sich so intensiv mit ihrer Lebenszeit in der ‚Organisation Kirche‘ eingebracht zu haben!

Das heißt, mit der Fixierung auf die NEIN, beziehungsweise JA Sagenden werden wir schon kirchenintern einer über die Zeiten hinweg allgültigen Botschaft Gottes nicht mehr gerecht. Einen dafür notwendigen Perspektivwechsel hat ja schon das Apostelkonzil (um das Jahr 48) vollzogen und deshalb den Auftrag zur Sendung der Botschaft in den Mittelpunkt gestellt. Wenn hier also der Auftrag erteilt wird, im Weinberg arbeiten zu gehen, dann kommt darin Jesus selber zu Wort und konnten in der jungen Kirche von daher zweifelsfrei schon einmal die sich auftuenden Hürden für Heiden und andere auf dem Weg zum Christsein überwunden werden.

Da nun Kirche gesellschaftspolitisch in unserem Land keine wesentliche Rolle mehr spielt und unter dem sonntäglichen Festgeläut eher Gruppentreffen stattfinden, ist es längst Zeit, ‚Kirche Sein‘ neu zu denken, um unserer Botschaft von Liebe, einem Leben in Würde gegen den Hass in unserer Gesellschaft noch eine Chance zu geben. Folglich liegen unsere Weinberge jenseits von ‚Kirche‘, was deshalb nicht heißen darf, dass wir nun lauthals verkündend durch die Lande ziehen, ‚sei es gelegen oder ungelegen‘, sondern einen Sensus entwickeln müssen, wo wir uns einbringen können.

Ein Tipp wäre vielleicht beim Apostel Paulus in seinem Brief an die Philipper zu finden ,… dass ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig, dass ihr nichts aus Ehrgeiz und nichts aus Prahlerei tut‘ (Vers 2), sondern in Demut der eine den anderen höher einschätze als sich selbst (vgl. Vers 3). Ob die ‚LINKEN‘ dann den Background dafür hergeben, mag dahingestellt sein. Doch Jesus auf einer ihrer Parteiversammlungen in der ausgedienten Kirche um die Ecke zu entdecken, wo es um die Verstaatlichung von Mieteigentum geht, wäre auf dem Hintergrund der christlichen Soziallehre gut möglich.

Fragen, Diskussionsbeiträge und Rückmeldungen gerne an: jan.opiela@web.de

Biblische Texte zum 26. Sonntag im Jahreskreis A (2026)

Lesung: aus dem brief des Apostels Paulus an die Philipper ( 2, 1 – 11 )

Wenn es also eine Ermahnung in Christus gibt, einen Zuspruch aus Liebe, eine Gemeinschaft des Geistes, ein Erbarmen und Mitgefühl, 2 dann macht meine Freude vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig, einträchtig, 3 dass ihr nichts aus Streitsucht und nichts aus Prahlerei tut. Sondern in Demut schätze einer den andern höher ein als sich selbst. 4 Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.

Die Erniedrigung und Erhöhung Christi

5 Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht:[1] 6 Er war Gott gleich, / hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein,[2] 7 sondern er entäußerte sich / und wurde wie ein Sklave / und den Menschen gleich. / Sein Leben war das eines Menschen; 8 er erniedrigte sich / und war gehorsam bis zum Tod, / bis zum Tod am Kreuz. 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht / und ihm den Namen verliehen, / der größer ist als alle Namen, 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen / vor dem Namen Jesu 11 und jeder Mund bekennt: / Jesus Christus ist der Herr / zur Ehre Gottes, des Vaters.

Evangelium: Matthäus 21, 28 – 32

Das Gleichnis vom willigen und vom unwilligen Sohn

28 Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Kind, geh und arbeite heute im Weinberg! 29 Er antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn und er ging hinaus. 30 Da wandte er sich an den zweiten und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ja, Herr – und ging nicht hin. 31 Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der erste. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, ich sage euch: Die Zöllner und die Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. 32 Denn Johannes ist zu euch gekommen auf dem Weg der Gerechtigkeit und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

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