Katholische Landvolk Bewegung

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Sonntags Ge-danken

by Wilfried Römer / Samstag, 07 März 2026 / Published in Geistlicher Impuls

Jesus im Gespräch mit der Samariterin am Jakobsbrunnen. Gemälde von Ferdinand Georg Waldenmüller 1793 bis 1865
(Foto: KNA)

Jan Opiéla, kath. Seelsorger
für ‚Roma u. Sinti‘ im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz
und Präses der Katholischen Landvolkbewegung im Erzbistum Köln

3. Fastensonntag A (2023) Evangelium: Johannes 4, 5 – 42, 08.03.2026

Wie dieses gewaltige Evangelium erfassen und gleichfalls auf dem Hintergrund unserer Zeit verstehen wollen?

Vielleicht haben wir ja noch die Bilder präsent, wo zu Geburtstagen ganz selbstverständlich alle auf einmal kamen und die Durstigen sich im Geknubbel mit ihrem leeren Glas zur Bier-Quelle in die Küche durchschlagen mussten. Hier konnte es sein, dass man auf interessante, noch unbekannte neue GesprächspartnerInnen stieß, welche einen nicht mehr ‚losließen‘ und man völlig Zeit vergessen, bereits wieder mit einem leeren Glas, jedoch von der Begegnung völlig erfüllt, ins Getümmel zurückfand. Nicht selten waren solche Zufallstreffen initiativ für sich ergebende Vertiefungen und haben manchmal sogar ein Leben lang gehalten!

Leuchten wir jetzt noch die Details aus, die uns der Johannes Evangelist in seinem sehr theologischen und mit vielen Allegorien (= in Bildern ausgedrückt) ausgestatteten Text mitgibt, kommen wir vielleicht auf den darin verborgenen Glaubenskern.

Zunächst erstaunt, dass die Frau entgegen allen Gepflogenheiten in der prallen Mittagshitze den Brunnen allein aufsucht und wie zufällig Jesus begegnet, denn eigentlich ist es der Treff- und Kommunikationsort nach Sonnenuntergang, der sich mitunter dann auch zur Brautschau eignet. Beide trennt zudem noch eine religiöse Unterschiedlichkeit, da die Frau zu den abtrünnigen Samaria-Juden gehört, deren Priester aufgrund Differenzen in Fragen der Ehescheidung sogar einen Gegentempel errichtet hatten. Jedoch durchbricht das Bedürfnis nach ‚Wasser‘ hier diese Schranken, wobei die Frau mit Blick auf den Ziehbrunnen von der ganz praktischen Seite her denkt und bei Jesus das Schöpfgefäß vermisst. Er wiederum lässt sie erstaunen, wenn er nun seinerseits ‚lebendiges Wasser‘ aus einer bis in Ewigkeit ‚sprudelnden Quelle‘ anbietet, ein Traum für alle, wo doch das alltägliche portionsweise Schöpfen zum Überlebensrhythmus gehört.

Gleichwie an der ‚Bier-Quelle‘ bleibt es auch hier nicht beim profanen Durst löschen, sondern Jesus versteht geschickt, das in der Gefahr stehende Auseinanderlaufen der verschiedenen Sinnebenen zu verhindern, indem er völlig unvermittelt nach ihrem Mann fragt. Mit dem Anrühren dieses neuralgischen Punktes, bleibt Jesus nunmehr als ‚Prophet‘ im Gespräch, jedoch auf einer fortan gemeinsamen und tieferen Ebene.

Die ergibt sich in der Zusammenfassung des weiteren Dialoges, wonach beide vor den Trümmern ihrer Bezugsorte beim Gebet stehen. Denn sowohl der Gottes-Ort auf dem Berg Garazim des Samaria-Kultes, wie auch der Jahwe-Tempel auf dem Zionsberg liegen in Schutt und Asche, schon bereits vor der Entstehung der Evangelien-Geschichte.

An dieser Stelle könnten nun viele aus unseren Tagen mit einstimmen, wo im Rahmen der Bildung von Mega-Pfarreien ihr persönlicher, kirchlicher Bezugs- und Identifikationsort des Glaubens möglicherweise dasselbe Schicksal erleidet, da die eigene Pfarrkirche vor Ort geschlossen, umgewidmet, schlimmstenfalls sogar abgerissen wird.

Sich ablösen können aus dem Erlernten ‚wo‘ und ‚wie‘ und den eigenen Glauben im Geist und in der Wahrheit für sich im Gebet zu entdecken, dass ist der Schlüssel, womit hier die Frau Jesus für sich als den Messias identifizieren kann. Diesen Moment im Glaubensleben gilt es zu erreichen, erst dann wird es möglich, wie die Frau, zu einer förmlich ‚sprudelnden‘ Verkündigerin zu werden.

So überraschen zum Schluss beide Akteure, Jesus in seiner sensiblen Herangehensweise und die Frau in ihrer Bereitschaft aus der eigenen Konversion heraus eine derartige missionarische Aktivität zu entwickeln. Dementsprechend war die Samariterin als Glaubensvermittlerin im Mittelalter hoch verehrt und würde von daher wiederum ein neues Licht auf die immer noch recht männerdominierte Weihe- und Ämterfrage werfen.

Für Fragen, Diskussion und Rückmeldungen: jan.opiela@web.de

Biblische Texte zum 3. Fastensonntag A (2026)

Lesung: Exodus (17, 3 – 7)

Wasser aus dem Felsen

3 Das Volk dürstete dort nach Wasser und murrte gegen Mose. Sie sagten: Wozu hast du uns überhaupt aus Ägypten heraufgeführt, um mich und meine Söhne und mein Vieh vor Durst sterben zu lassen? 4 Mose schrie zum HERRN: Was soll ich mit diesem Volk anfangen? Es fehlt nur wenig und sie steinigen mich. 5 Der HERR antwortete Mose: Geh am Volk vorbei und nimm einige von den Ältesten Israels mit; nimm auch den Stab in die Hand, mit dem du auf den Nil geschlagen hast, und geh! 6 Siehe, dort drüben auf dem Felsen am Horeb werde ich vor dir stehen. Dann schlag an den Felsen! Es wird Wasser herauskommen und das Volk kann trinken. Das tat Mose vor den Augen der Ältesten Israels. 7 Den Ort nannte er Massa und Meriba, Probe und Streit, weil die Israeliten gehadert und den HERRN auf die Probe gestellt hatten, indem sie sagten: Ist der HERR in unserer Mitte oder nicht? 

Evangelium: Johannes 4, 5 – 42

Jesus in Samaria

1 Jesus erfuhr, dass die Pharisäer gehört hatten, er gewinne und taufe mehr Jünger als Johannes - 2 allerdings taufte nicht Jesus selbst, sondern seine Jünger -; 3 daraufhin verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa. 4 Er musste aber den Weg durch Samarien nehmen. 5 So kam er zu einer Stadt in Samarien, die Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. 6 Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. 7 Da kam eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! 8 Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. 9 Die Samariterin sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um etwas zu trinken bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. 10 Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. 11 Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? 12 Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? 13 Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; 

14 wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt. 15 Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen! 16 Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann und komm wieder her! 17 Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann. 18 Denn fünf Männer hast du gehabt und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt. 19 Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. 20 Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss.[1] 21 Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. 23 Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. 24 Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. 25 Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus heißt. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. 26 Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, der mit dir spricht. 27 Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, doch keiner sagte: Was suchst du? oder: Was redest du mit ihr? 28 Die Frau ließ ihren Wasserkrug stehen, kehrte zurück in die Stadt und sagte zu den Leuten: 29 Kommt her, seht, da ist ein Mensch, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Christus? 30 Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm. 31 Währenddessen baten ihn seine Jünger: Rabbi, iss! 32 Er aber sagte zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt. 33 Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht? 34 Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu vollenden. 35 Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Sieh, ich sage euch: Erhebt eure Augen und seht, dass die Felder schon weiß sind zur Ernte! 36 Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben, sodass sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen. 37 Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sät und ein anderer erntet. 38 Ich habe euch gesandt zu ernten, wofür ihr euch nicht abgemüht habt; andere haben sich abgemüht und euch ist ihre Mühe zugutegekommen. 39 Aus jener Stadt kamen viele Samariter zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. 40 Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. 41 Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. 42 Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Rede glauben wir, denn wir haben selbst gehört und wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt. 

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