Katholische Landvolk Bewegung

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Sonntags Ge-danken

by Wilfried Römer / Samstag, 11 Juli 2026 / Published in Geistlicher Impuls

St. Chrysanthus und Daria, Bad Münstereifel-Rodert – Einsaat Blühwiese auf dem Friedhof Rodert

Copyright / Urheber
Erzbistum Köln, FB Schöpfungsverantwortung


Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

Jan Opiéla, Präses der Katholischen Landvolkbewegung im Erzbistum Köln

15. Sonntag im Jahreskreis A (2026) Lesung: aus dem Buch Jesaja 55, 10 – 11 und Evangelium: Matthäus 13, 1 – 23, 12.07.2026

Den Dauerstreit welchen Jesus hier schon länger mit den jüdischen Autoritäten um die Authentizität seiner göttlichen Botschaft führt, müssen wir uns heute nicht zu Eigen machen, zumal wir selbst, wenn vielleicht nicht gerade privat, so jedoch kirchlich, wie global auf genügend Konfliktfelder schauen und deren Auswirkungen zu spüren bekommen.

Das nicht mehr ‚hören wollen‘ auf eine den Tod in jeglicher Spielart überwindende Botschaft, die an Brisanz seit Jesus an Nichts eingebüßt hat, ist in unseren Kirchen merklich spürbar. Auch dass wir gesellschaftspolitisch, bis auf regelmäßige Hiobsbotschaften aus der Missbrauchsaufarbeitung, kaum noch vorkommen, haben wir allein innerkirchlichem Verhalten zu verdanken, wie der an klerikaler Dreistigkeit kaum noch zu überbietenden ‚Frauenfrage‘ oder der u.a. nun erfolgten Festschreibung des Verbotes der Laienpredigt! Darauf hat die Welt gewartet (!), selbst wenn die Ansichten des Papstes zum Gebrauch von KI noch so brillant sein mögen.

Auch wenn wir uns dem so nun freigelegten Text des Evangeliums annähern, stoßen wir auf ungeahnte Hürden, zumal die Rede in Bildern und dazu noch als Gleichnis, kaum unsere Lebensrealität trifft, wobei jüngere Menschen ja schon den ‚Sämann‘ für einen Außerirdischen halten könnten. Denn das Bestellen von Feldern geschieht bei uns mittels riesiger gps-gesteuerter Landmaschinen, welche multifunktional arbeiten und nur von Fachleuten bedient werden können, wo garantiert kein Körnchen der teuren, Gen manipulierten Saat danebenfällt.

Im kirchlichen Kontext steht der Sämann jedoch für Gott, der uns die Glaubens-Worte in unermesslicher Fülle nahebringt, gleichsam ‚raushaut‘, wie der Bauer in grauer Vorzeit, wo viel immer mit gut gleichgesetzt wurde.

Der Weg als betonierte Landschaft, zeigt uns jetzt in der klimaveränderten Situation, was begrünte Aufbrüche womöglich Hitze reduzierend bewirken könnten. Deshalb warnen anfanghaft schon Weitsichtige aus der Politik, wenn nun Kirche (selbst als Gebäude) und Glaubensgemeinschaft nach und nach verschwinden, vor einem ‚heiß laufen‘ unserer Gesellschaft an einer nur noch rein materiellen Lebensausrichtung. Auch wenn wir die Saat in den uns verbleibenden Zwischenräumen katechetisch liebevoll bis zur Erstkommunion pflegen, gelingt kaum noch die Verwurzelung im Glauben, geschweige eine engagierte Kirchlichkeit. Aber selbst dann sind es die Dornen des Lebens in ihren vielfältigsten Unglücks- und Leidensvarianten, die eine durchgängige katholische Sozialisation ins Wanken bringen und an Gott zweifeln lassen kann, wenn wir nicht in eine Glaubensgemeinschaft eingebettet sind. Die Nähe zu den anderen, das sich Sorgen und tatkräftige Kümmern um das leidende Glied machte da vormals die funktionierende Pfarrei aus, was nun auf dem Hintergrund der entstandenen pastoralen Großräume wieder ganz neu zu buchstabieren ist, wenn uns das überhaupt noch gelingen sollte.

Deshalb hätten Kirchenobere es am liebsten völlig problemfrei, wenn das Glaubenskörnchen einfach ins gemachte Beet fiele und stramm katholisch in den Himmel aufwachsen würde. Doch bis zu 60% unserer Zeitgenossen haben nun mit Gott und Glaube, infolgedessen auch mit Kirche, nichts mehr am Hut. Wer soll nun den ‚guten Boden‘ bereiten, wenn nicht wir, denn mit der Menschwerdung Gottes ist das unser Part geworden; doch wenn das ‚Wir‘ einer Gemeinschaft nicht mehr vorhanden ist? Zumal der Glaube als ‚Endprodukt‘ nicht vom Himmel fällt, da er individuell wachsen muss, will er auch angeleitet und ‚begossen‘ werden, doch nur von Wem?

Glücklicherweise bleibt die Hoffnung auf die unermessliche Fülle, dass der göttliche Sämann in seinem Tun nicht erlahmt und jedes einzelne Körnchen die faszinierende Sprengkraft besitzt, was immer wieder dann zu bewundern ist, wenn aus dem kleinen Riss in der eigentlich geschlossenen Asphaltdecke der einzelne Löwenzahn sich sonnengelb zum Himmel streckt.

Fragen und Diskussionsbeiträge gerne an: jan.opiela@web.de

Biblische Texte zum 15. Sonntag im Jahreskreis A  (2026)

Lesung: aus dem Buch des Propheten Jesaja ( 55, 10 – 11)

Vertrauen auf die Wirksamkeit des göttlichen Wortes

8 Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken / und eure Wege sind nicht meine Wege – / Spruch des HERRN. 9 So hoch der Himmel über der Erde ist, / so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege / und meine Gedanken über eure Gedanken. 10 Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt / und nicht dorthin zurückkehrt, ohne die Erde zu tränken und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen, / dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, 11 so ist es auch mit dem Wort, / das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, / ohne zu bewirken, was ich will, / und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.

Evangelium: Matthäus 13, 1 – 23

Das Gleichnis vom Sämann

1 An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. 2 Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich. Und alle Menschen standen am Ufer. 3 Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen. Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen. 4 Als er säte, fiel ein Teil auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen es. 5 Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; 6 als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. 7 Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. 8 Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. 9 Wer Ohren hat, der höre!

Sinngebung für die Gleichnisrede

10 Da traten die Jünger zu ihm und sagten: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen? 11 Er antwortete ihnen: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen; ihnen aber ist es nicht gegeben. 12 Denn wer hat, dem wird gegeben und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. 13 Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen und hören und doch nicht hören und nicht verstehen. 14 An ihnen erfüllt sich das Prophetenwort Jesajas: Hören sollt ihr, hören und doch nicht verstehen; / sehen sollt ihr, sehen und doch nicht einsehen. 15 Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden. / Mit ihren Ohren hören sie schwer / und ihre Augen verschließen sie, / damit sie mit ihren Augen nicht sehen / und mit ihren Ohren nicht hören / und mit ihrem Herzen / nicht zur Einsicht kommen / und sich bekehren und ich sie heile. 16 Eure Augen aber sind selig, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören. 17 Denn, amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

Die Deutung des Gleichnisses vom Sämann

18 Ihr also, hört, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet. 19 Zu jedem Menschen, der das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; bei diesem ist der Samen auf den Weg gefallen. 20 Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt; 21 er hat aber keine Wurzeln, sondern ist unbeständig; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er sofort zu Fall. 22 In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört, und die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum ersticken es und es bleibt ohne Frucht. 23 Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt Frucht – hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.

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