am See Genezareth (Tiberias)
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Jan Opiéla, Präses der Katholischen Landvolkbewegung im Erzbistum Köln
3. Sonntag der Osterzeit A (2026) Lesung: 1Petr 1, 17 – 21 und Evangelium: Johannes 21, 1 -14, 19.04.2026
Ungemach droht, was schon am lauten Schlagen der Zimmertür erkennbar war und nach der ‚Gardinenpredigt‘ dann der ultimative Satz, „Das sage ich dir jetzt zum dritten und letzten Mal … schreib dir das hinter die Ohren!“ … Stille und das unweigerliche Nachdenken darüber, um was es denn nun eigentlich geht.
Sicher kommt Johannes mit seinem Text ganz anders und auf leisen Sohlen daher, dennoch bedurfte auch er eines dritten Anlaufes, um ‚Auferstehung‘ den Adressaten seines Evangeliums nachhaltig vermitteln zu können. Aber was sollten wir uns denn jetzt von all dem hier Aufgeschriebenen ‚hinter die Ohren schreiben‘ müssen, um es womöglich für ein Leben lang beherzigen zu können?
Dass nach diesem epochalen Ostermorgen und den unglaublichen Berichten vom leeren Grab, Petrus hier ganz banal zum Fischen geht und seine Crew ihm wie gewohnt hinterher zu trotten scheint? Die Unmöglichkeit, dass sich erfahrene Fischer von einem dahergelaufenen Fremden animieren lassen, gegen jegliche Regel Tagsüber das Netz auszuwerfen? Oder die Widersinnigkeit, wonach Petrus zum Sprung ins Wasser zunächst die Kleidung anzieht, obwohl er doch für den Arbeitseinsatz schon alles abgelegt hatte? Dass bei dem riesigen Fischfang das Netz tatsächlich gehalten haben sollte und es auf Grund dieser Überfülle die ausgezählten 153 großen Fische einem wie ‚Erbsenzählerei‘ vorkommt? Nicht zuletzt der Typ am Kohlenfeuer, dass er dann doch von allen als Jesus identifiziert wurde, was unmittelbar zuvor nur einem gelungen war, dem ‚Jünger, den Jesus liebte‘, oder die Unmöglichkeit, die ganze Mannschaft zur Nahrungsbeschaffung zu bewegen, obwohl bereits alles auf dem Kohlenfeuer bereitet gewesen sein musste?
In der Tat wäre das alles als ausgemachter Blödsinn abzutun, wenn es sich im Johannes Evangelium um einen protokollartigen Text handeln würde, der Tatsächliches wiedergibt. Hier jedoch geht es um die theologische Auswertung dessen, was wir Ostern nennen, was Gott uns, mit diesem Ereignissen sagen will. Es bleibt zunächst festzustellen, dass alles auf den Kopf gestellt ist und von daher nur ein möglicher Zugang gelingen kann, wenn wir uns diese Verrücktheit selbst zu Eigen machen.
Im alten Renault R4 des Nachts nach Holland an den Strand brettern, um völlig verknallt zu zweit den Sonnenaufgang zu erwarten und so eine neue, nie zuvor gespürte Dimension von Leben zu erahnen. Folglich hätte sich Petrus in der Erinnerung an sein Totalversagen unter dem Hahnenschrei nun nicht mehr in seinen Klamotten vor Jesus verbergen müssen, wie vor Urzeiten Adam und Eva Schuld erfüllt im Paradiesgarten. Selbst wenn die Arbeit unser Menschsein auch weiterhin bestimmt, wird das Netz der Gemeinde derer, welche einander fraglos in Jesus den auferstandenen Christus identifizieren, nicht zerreißen. Ebenfalls ist ER es, der uns dann ohne eigene mühevolle Vorleistung ganz unverdient zum Mahl einlädt. Doch die ganze Fülle wird uns nur zu Teil und hätten damit dann auch einen guten ‚Fang‘ gemacht, wenn ich mich auf sein Geheiß hin, auf seine Methode der Lebensgestaltung einlasse und vom aussichtslosen Nachtdunkel Abstand nehme. An der Stelle bin ich gefragt und die Gemeinschaft derer, welche die Verrücktheit auch in unserer Kirche wagen, denn die Institution selbst vermag sich nicht auf den Kopf zu stellen.
Ganz im Gegenteil hat in der Chrisam-Messe zu Beginn der Karwoche der Erzbischof von Köln vor versammeltem Klerus deutlich gemacht, dass die Feier der Eucharistie am Sonntag letztlich durch nichts ersetzbar und austauschbar ist und er sich deshalb sorgt, dass wir Gefahr laufen mit allen Zwischen- und Ersatzformen gottesdienstlicher Versammlung, unsere katholische Identität mehr und mehr zu verlieren. Mag so sein, doch wo ist der völlig freie Sprung ins Meer unserer Zeit im Angesicht des Auferstandenen und bleibt die neue Fangmethode nach dem einenden Katholischen auch außerhalb des tradierten Dunklen?
Für Fragen und zur Diskussion: jan.opiela@web.de
Biblische Texte zum 3. Sonntag der Osterzeit Lesejahr A (2026)
Lesung: aus dem ersten Brief des Apostel Petrus (1 Petr 1, 17 – 21)
Geheiligtes Leben
13 Darum umgürtet eure Lenden und stärkt euren Verstand, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch dargeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi. 14 Als gehorsame Kinder gebt euch nicht den Begierden hin, in denen ihr früher in eurer Unwissenheit lebtet; 15 sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. 16 Denn es steht geschrieben: »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.« 17 Und da ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person einen jeden richtet nach seinem Werk, so führt euer Leben in Gottesfurcht, solange ihr hier in der Fremde weilt; 18 denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, 19 sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. 20 Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt war, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen, 21 die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die Herrlichkeit gegeben hat, sodass ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt. 22 Habt ihr eure Seelen gereinigt im Gehorsam der Wahrheit zu ungeheuchelter Bruderliebe, so habt euch untereinander beständig lieb aus reinem Herzen. 23 Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da bleibt. 24 Denn »alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume abgefallen; 25 aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit« Das ist das Wort, welches euch verkündigt ist.
Evangelium: Johannes 21, 1 – 14
DER EPILOG:
JESUS, PETRUS UND DER LIEBLINGSJÜNGER
Die Erscheinung Jesu am See von Tiberias
1 Danach offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.[1] 2 Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. 3 Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. 4 Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. 5 Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. 6 Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. 7 Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. 8 Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. 9 Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen. 10 Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt! 11 Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. 12 Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. 13 Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. 14 Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.
