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Sonntags Ge-danken

by Wilfried Römer / Samstag, 25 Juli 2026 / Published in Geistlicher Impuls


Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

von Jan Opiéla, Präses der Katholischen Landvolkbewegung im Erzbistum Köln


17. Sonntag im Jahreskreis A (2026) Lesung: aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer ( 8, 28 – 30 ) und Evangelium: Matthäus 13, 44 – 52, 26.07.2026

„Kleines Monster“ ist zwar im ersten Moment der Brüller, wenn eine derartige Bezeichnung in der Paarbeziehung als Kosename Verwendung findet, doch auch wenn ‚Schatz‘ und ‚Perle‘ schon arg oldfashioned sind, vermitteln sie für Außenstehende eher, was gemeint ist. Nämlich, woran man aneinander gefunden hat und im weitesten Sinne meint, sein Eigen nennen zu dürfen.

Regelmäßig ist es mir nun vergönnt, jetzt in der Hochzeitssaison daran teilzunehmen, wenn das Paar einander sich mit ganz eigenen Worten Erinnerungen gelebter Zweisamkeit, mitunter ganz intimen Einblicken gleich, dieses ‚Schatz- und Perle-Sein‘ zuspricht. Ohne Ausnahme kann man da selbst in voll besetzten Kirchen oder frei gewählten Hochzeitslokationen die berühmte Stecknadel fallen hören. Das vermag ein, nach dem vom Priester / Diakon gemäß kirchlichem Ritus gesprochener Fragesatz, erwidertes einfaches JA an Hochspannung nicht hervorzurufen.

Dieses immer wieder live Erlebte vor Augen, macht es dann leichter zu verstehen, was im ersten Moment so sperrig klingt, wenn die Engel, wie die den Fang sortierenden Fischer, nun die Gerechten von den Bösen trennen und diese sogar dem Feuer anheimgeben (vgl. Verse 49/50). Zumal wenn hinter der Begrifflichkeit ‚Himmelreich‘ aufgrund des jüdischen Kontextes bei Matthäus, der mitunter dann den Gottesnamen aus Ehrfurcht vermeidet, sich eigentlich das Wirken Gottes verbirgt. Folglich wird nun der Mensch, welcher den Willen Gottes tut, sein Wort hört, sein Leben davon durchwirken lässt (erinnere den Sauerteig vom letzten Sonntag), Glaubensstärke entwickelt und in der Lage ist, altes Wissen und neue Erkenntnis miteinander zu verquicken (vgl. Vers 52), bildhaft wie ein ‚Schatz‘ geborgen oder als ‚wertvolle Perle‘ erkannt und letztendlich als ‚guter Fisch‘ ausgewählt. Die anderen hingegen werden ihrem Schicksaal überlassen, was natürlich als Ansporn zur Glaubensbereitschaft hier drastisch überzeichnet ist (vgl. Vers 50).

Also wie nun Braut und Bräutigam einander erkennen und vom je anderen, manchmal nach zahlreichen Lebensabschnittserfahrungen ausgewählt wurden, so ist es hier Gott, der zum Himmelreich erwählt. Nicht die Braut oder der Bräutigam macht je für sich den Ehe-Himmel selbst perfekt, sondern weil im jeweils anderen die Eigenschaften gefunden und mit dem Benennen gehoben und feierlich ausgesprochen worden sind, kann Ehe-Himmel werden.

Das Evangelium mit den Gleichnisbildern beinhaltet also ganz anders als etwa bei einer bebilderten Elektrogeräte-Kurzanleitung nicht Schritte um einen göttlichen Automatismus auslösen zu können, sondern ist zusammen mit den Gleichnissen des letzten Sonntagsevangeliums (Senfkorn, Sauerteig) dafür da, uns selbst zu ertüchtigen, um dann angefüllt mit unschätzbarem Glauben als wertvolle Perle von Gott höchst persönlich für sein Himmelreich entdeckt zu werden.

Rückmeldungen, Fragen und Diskussionsbeiträge bitte an: jan.opiela@web.de

Biblische Texte zum 17. Sonntag im Jahreskreis A (2026)

Lesung: aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer (8, 28 – 30)

Das Seufzen der ganzen Schöpfung – Zeichen der Hoffnung

18 Ich bin nämlich überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. 19 Denn die Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. 20 Gewiss, die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin: 21 Denn auch sie, die Schöpfung, soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. 22 Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. 23 Aber nicht nur das, sondern auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, auch wir seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden. 24 Denn auf Hoffnung hin sind wir gerettet. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Denn wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht? 25 Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld. 26 So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. 27 Der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist. Denn er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein. 28 Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht, denen, die gemäß seinem Ratschluss berufen sind; 29 denn diejenigen, die er im Voraus erkannt hat, hat er auch im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei. 30 Die er aber vorausbestimmt hat, die hat er auch berufen, und die er berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.

Evangelium: Matthäus 13, 44 – 52

Die Gleichnisse vom Schatz und von der Perle

44 Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn und grub ihn wieder ein. Und in seiner Freude ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte den Acker. 45 Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. 46 Als er eine besonders wertvolle Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte sie.

Das Gleichnis vom Fischnetz

47 Wiederum ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das ins Meer ausgeworfen wurde und in dem sich Fische aller Art fingen. 48 Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, sammelten die guten Fische in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. 49 So wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern 50 und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

Das Bildwort vom Hausvater und der Abschluss der Rede

51 Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten ihm: Ja. 52 Da sagte er zu ihnen: Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt. 53 Und es geschah, als Jesus diese Gleichnisse beendet hatte, zog er weiter.

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