Brotvermehrungskirche Tabgha
Fünf Brote und zwei Fische Sehr bekannt ist das Mosaik am Altar, das einen Korb mit vier Broten (das fünfte Brot ist sinngemäß das bei der Eucharistie verwendete) und je einem Fisch links und rechts davon zeigt. Der Stein unter dem Altar wird als die Stelle verehrt, auf der Jesus vor der Brotvermehrung die Brote und Fische abgelegt haben soll. Die Mosaiken der Kirche werden auf die Mitte des 4. Jahrhunderts datiert, das berühmte Brot-und-Fische-Mosaik ist als spätestes wohl auf das beginnende 5. Jahrhundert zu datieren.
Copyright / Urheber Erzbistum Köln / Anna Maria Niem
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Jan Opiéla, Präses der Katholischen Landvolkbewegung im Erzbistum Köln
18. Sonntag im Jahreskreis A (2026) Lesung: Röm 8, 35.37 – 39 und Evangelium: Matthäus 14, 13 – 21, 02.08.2026
„Gebt ihr ihnen zu essen!“
… mit dieser Retourkutsche hatten die Freunde Jesu nicht gerechnet und ihre womöglich verdutzten Gesichter sind leider beim Evangelisten Matthäus nicht überliefert, der uns von der ‚Speisung der Fünftausend‘ berichtet. Denn über die lange Katechese in den Abend hinein, stand für die große Zuhörerschar die im Vorderen Orient übliche Hauptmahlzeit an, doch woher nehmen? Da die Versorgung in der nahen Ortschaft ein Totalausfall war – ‚Nah-Kauf‘ schon geschlossen, ‚Backshop‘ bereits um 12 Uhr zu und die ‚rollenden Supermärkte‘, wie sie bei uns aus den strukturschwachen Gebieten bekannt sind, wären auch schon leer gekauft und davongefahren – deshalb gab es nun ein Problem.
Üblicherweise machte man das damals, wie auch heute, dann gerne zur ‚Chefsache‘. Zumal die Verwaltungsleute im zentralen Kirchort oder im noch weiter entfernten Ordinariat es ja eh schon immer gerichtet haben oder wenigstens für die notwendige Genehmigung zuständig waren! Wenn nun schon seit geraumer Zeit und dazu noch aus bischöflichem Mund von ‚Getauften und Gefirmten‘ die Rede ist, die es jetzt vor Ort richten sollen, dann kann das letztendlich wieder nur eine neue pastorale Masche sein.
Hier jedoch nichts von all dem, nur die Aufforderung, ‚es mal selbst in die Hand zu nehmen‘ (vgl. Vers 16). Was auch kein Problem wäre, zumal die Jünger ja schon längere Zeit mit Jesus zusammen gewesen waren und förmlich zu einem lebendigen Teil seiner Botschaft geworden sind. Doch zunächst auch da der erste Gedanke, zurückgreifen auf Tradiertes … aber mit dem Weggang des letzten Ortspfarrers war kirchliches Leben schon längst verkümmert und mit dem Dichtmachen der einzigen Kneipe Vis á Vis der Kirche oder fußläufig aus jedem Winkel des Ortes erreichbar, hat sich die ‚Communio‘ nach und nach verabschiedet. Was tun?
Zunächst mit Jesus schauen, was noch da ist und mit den immerhin noch vorhandenen ‚fünf Broten und zwei Fischen‘ (vgl. Vers 17) erinnern, was bei Vielen im Lebensrucksack verborgen liegen könnte. Immenses kommt zu Tage: Kommunionfotos, Totenzettel, Gebetbücher, Rosenkränze, ‚Vater unser‘, Grablichter, Psalm-Verse, auswendig Gelerntes, Merksprüche, Sakramente, Lourdes Wasser, (Kinder)Bibeln, Begebenheiten aus dem Kommunionkurs, Taufurkunde, biblische Geschichten, Kreuze, Highlights vom Firmwochenende, kleine und große Liederhefte, Selbstgeschriebenes an den ‚lieben Gott‘, usw. … immerhin ergab das nochmals zwölf Körbe voller Reste und ‚Glaubenskrümel‘. Ein Vorrat für Jahre!
Doch wie diese Bruchstücke nun sinnvoll nutzen, die doch von einem vormals gelebten Glauben künden? Selbst eine solche pastorale Wegweisung können wir der ‚uralten‘ Bibelstelle entnehmen, wenn wir ihr dann nur Folge leisten würden! Da hören wir von Kleingruppenbildung, wohl enthalten in dem sich ‚Setzen ins Gras‘ (vgl. Vers 19), also da, wo du jetzt bist und nicht irgendwo in den Weiten eines ‚pastoralen Großraumes‘. Bezugsgröße ist demnach die überschaubare Gruppe vor Ort, um im Miteinander die Gegenwart Gottes in Wort und Brot feiern zu können. Trotzdem werden dann manch Ältere an Früher denken, an die üppig ausgestalteten Eucharistiefeiern, die eigentliche Form der gottesdienstlichen Versammlung, wie sie es noch gelernt hatten. Doch wenn wir nun genau hinschauen, dann können wir Eucharistie gleiches Tun bei all denen entdecken, die aßen und satt wurden (vgl. Vers 20) und so in der Gemeinschaft ganz ‚real‘ erfahren durften, wie Jesus ‚präsent‘ im Brechen des Brotes und Austeilen von Fisch war, damals wie heute. … also nehmen wir es in die Hand, eben ganz anders als es womöglich Kirchenrecht und Gottesdienstinstruktion vorschreiben… sondern wie es der Urtext sagt … und dürfen im Sinne von Paulus ganz gewiss sein, wenn er an die Gemeinden in Rom schreibt: ‚Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesu ist, unserm Herrn‘ (s. Verse 38/9).
Fragen und Diskussionsbeiträge gerne an: jan.opiela@web.de
Biblische Texte zum 18. Sonntag im Jahreskreis A (2026)
Lesung: Brief des Apostels Paulus an die Römer (8, 35.37-39)
Der Lobpreis der Gerechtfertigten
31 Was sollen wir nun dazu sagen? Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? 32 Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? 33 Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es, der gerecht macht. 34 Wer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: Der auferweckt worden ist, er sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein. 35 Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? 36 Wie geschrieben steht: Um deinetwillen sind wir den ganzen Tag dem Tod ausgesetzt; wir werden behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat. 37 Doch in alldem tragen wir einen glänzenden Sieg davon durch den, der uns geliebt hat. 38 Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten, 39 weder Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
Evangelium: Matthäus 14, 13 – 21
Die Speisung der Fünftausend
13 Als Jesus das hörte, zog er sich allein von dort mit dem Boot in eine einsame Gegend zurück. Aber die Volksscharen hörten davon und folgten ihm zu Fuß aus den Städten nach. 14 Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen und heilte ihre Kranken. 15 Als es Abend wurde, kamen die Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen und es ist schon spät geworden. Schick die Leute weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen! 16 Jesus aber antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen! 17 Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische hier. 18 Er antwortete: Bringt sie mir her! 19 Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber gaben sie den Leuten 20 und alle aßen und wurden satt. Und sie sammelten die übrig gebliebenen Brotstücke ein, zwölf Körbe voll. 21 Es waren etwa fünftausend Männer, die gegessen hatten, dazu noch Frauen und Kinder.
