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Erzbistum Köln (c)Laura Thomas

Jan Opiéla, kath. Seelsorger
für ‚Roma u. Sinti‘ im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz
und Präses der Katholischen Landvolkbewegung im Erzbistum Köln
5. Sonntag im Jahreskreis A (2026) Lesung: aus dem Buch des Propheten Jesaja 58, 7 – 10 Evangelium: Matthäus 5, 13 – 16, 08.02.2026
Kaum zu glauben, dass der Computerchip, das Papier mit den Sonntags-GE-danken, Batterie und Solarpanel, selbst das Kunststoffrohr unter der Küchenspüle alle eines gemeinsam haben: ohne Salz ließen sie sich nicht herstellen. Deshalb haben wir heute einen weltweiten Verbrauch von 280 Mio. Tonnen und Blicken auf ‚Salzstraßen‘, alte Handelswege, die uns erahnen lassen, welche Bedeutung dieser Rohstoff erst zur Zeit Jesu gehabt haben musste. Schon auf Grund der Gewinnungsmethode aus dem Meer, trägt es den Namen ‚weißes Gold‘ und wurde als erstes mit einer Steuer belegt, war es fester Bestandteil in den Marschtornistern der römischen Soldaten, wovon sich der Begriff ‚Salär‘, für Entlohnung ableitet und ist Salz auch im Namen der römischen Göttin für Gesundheit ‚Salus‘ enthalten. Nur gesalzene Speiseopfer waren den Göttern vorbehalten, auch steht das Salz für den Bundesschluss mit Gott und ist Symbol für das jüdische Gesetz, was alle Bereiche des Lebens durchdringen soll. Folglich erhält es seinen wertvollen Nutzen immer erst, wenn es in Verbindung mit anderem gebracht, respektive eingebracht wird. Dann zeigt das Salz, was es kann und kommt die wahre Eigenschaft zum Tragen, eben dass nur wenig für viel ausreicht!
Der Evangelist Matthäus setzt dieses Bildwort vom Salz deshalb ein, um seinen Gemeinden zu zeigen, was es heißt, Träger der Botschaft Jesu zu sein und damit im Besitz eines so kostbaren Gutes. Er versucht, seinen Gemeinden Mut zu machen, welche als kleine, verfolgte Häufchen mit teils eigenen Organisationsproblemen neben anderen Heilsanbietern zu überleben hatten, indem er ihnen, mit der dem Salz vergleichbaren Wirkung der Botschaft Jesu, ihre Ängste vor einer öffentlichen Verkündigung nehmen wollte.
Deswegen baut er sogar in seinen Text mit der sachlichen Unrichtigkeit, dass das Salz ‚seinen Ge-schmack verliert‘ (Vers 13) ein zusätzlich motivierendes, dramatisches Element ein. Denn das Salz kann wohl feucht und klumpig werden, sich mit allerlei versmischen aber selbst dann, wie wir jetzt nach dem ersten richtigen Wintereinbruch feststellen könnten, eine Spur Salziges lässt sich immer noch auf Straßen und Gehwegen finden.
Diese Spur müssen wir auch sprachlich und zwar ins Aramäische seiner Zeit zurückverfolgen, um rauszubekommen, was hinter der Falschbehauptung des Evangelisten stecken könnte. Wir landen dann bei dem Begriff: dumm! Mit Blick auf die Verkündigungssituation könnten wir sagen, obwohl alle Voraussetzungen gegeben waren, hat der/die sich ‚dumm angestellt‘ oder ist die Sache schlicht weg ‚dumm gelaufen‘ und somit nicht richtig rübergekommen. Was noch deutlicher wird, wenn wir die deutsche Wortwurzel in stumm / dunkel entdecken, i.S.v. unverständlich!
Für viele unserer Zeitgenossen und selbst uns nahestehenden Mitmenschen bleibt eben der Glaube verschlossen, weil Kirche als zentrales Verkündigungsorgan, auch nach dem Abschluss des ‚Synodalen Weges‘, sich in zentralen Fragen nicht öffnen konnte oder wollte.
Glücklicherweise bedient der Evangelist da den weiteren Vergleich vom Licht, was man bekanntlich nicht verdeckt entzündet, sondern auf den Leuchter stellt, damit es allen im Haus leuchtet. Gemeint sind natürlich wir als Christen und Christinnen und können – so haben wir es als Kirchensteuer Zahlende bis dato immer recht gerne gemacht – nun nicht mehr auf die ‚Kirche‘ verweisen, weil wir uns damit selbst für dumm verkaufen würden! Wir sind jetzt mehr denn je ‚Kirche‘, selbst wenn wir meinen, eine noch so kleine (Glaubens-)Leuchte zu sein.
Da lohnt nun in der Tat ein Blick auf den Karneval, wo kleine wie große Aktive auf den Bühnen auftauchen, die ansonsten im gesellschaftspolitischen Leben kaum eine Rolle spielen, aber ihre Mission vertreten und damit alle Angstschwellen überschreiten können. Nicht zuletzt haben sie einen unbändigen ‚Spaß an der Freud‘ und Enthusiasmus, der, Jahr für Jahr, ungebrochen scheint … und wo bleiben wir da?
Für Rückfragen und Diskussion: jan.opiela@web.de
Biblische Texte zum 5. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr A (2026)
Lesung: aus dem Buch des Propheten Jesaja 58, 7 -10
Gerechtes Fasten und Halten des Sabbats
1 Rufe aus voller Kehle, halte dich nicht zurück! / Erhebe deine Stimme wie ein Widderhorn! Halt meinem Volk seine Vergehen vor / und dem Haus Jakob seine Sünden! 2 Sie suchen mich Tag für Tag / und haben daran Gefallen, meine Wege zu erkennen. Wie eine Nation, die Gerechtigkeit übt / und vom Recht ihres Gottes nicht ablässt, so fordern sie von mir gerechte Entscheide / und haben an Gottes Nähe Gefallen. 3 Warum fasten wir und du siehst es nicht? / Warum haben wir uns gedemütigt und du weißt es nicht? Seht, an euren Fasttagen macht ihr Geschäfte / und alle eure Arbeiter treibt ihr an. 4 Seht, ihr fastet und es gibt Streit und Zank / und ihr schlagt zu mit roher Gewalt. So wie ihr jetzt fastet, / verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör. 5 Ist das ein Fasten, wie ich es wünsche, / ein Tag, an dem sich der Mensch demütigt: wenn man den Kopf hängen lässt wie eine Binse, / wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten / und einen Tag, der dem HERRN gefällt? 6 Ist nicht das ein Fasten, wie ich es wünsche: / die Fesseln des Unrechts zu lösen, / die Stricke des Jochs zu entfernen, Unterdrückte freizulassen, / jedes Joch zu zerbrechen? 7 Bedeutet es nicht, dem Hungrigen dein Brot zu brechen, / obdachlose Arme ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden / und dich deiner Verwandtschaft nicht zu entziehen? 8 Dann wird dein Licht hervorbrechen wie das Morgenrot / und deine Heilung wird schnell gedeihen. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, / die Herrlichkeit des HERRN folgt dir nach. 9 Wenn du dann rufst, / wird der HERR dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: / Hier bin ich. Wenn du Unterjochung aus deiner Mitte entfernst, / auf keinen mit dem Finger zeigst und niemandem übel nachredest, 10 den Hungrigen stärkst / und den Gebeugten satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf / und deine Finsternis wird hell wie der Mittag. 11 Der HERR wird dich immer führen, / auch im dürren Land macht er dich satt / und stärkt deine Glieder. Du gleichst einem bewässerten Garten, / einer Quelle, deren Wasser nicht trügt. 12 Die Deinen bauen uralte Trümmerstätten wieder auf, / die Grundmauern vergangener Generationen stellst du wieder her. Man nennt dich Maurer, / der Risse schließt, / der Pfade zum Bleiben wiederherstellt. 13 Wenn du am Sabbat deinen Fuß zurückhältst, / deine Geschäfte an meinem heiligen Tag zu machen, wenn du den Sabbat eine Wonne nennst, / heilig für den HERRN, hochgeehrt, wenn du ihn ehrst, ohne Gänge zu machen / und ohne dich Geschäften zu widmen und viele Worte zu machen, 14 dann wirst du am HERRN deine Wonne haben. / Dann lasse ich dich über die Höhen der Erde dahinfahren und das Erbe deines Vaters Jakob genießen. / Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen.
Evangelium: Matthäus, 13 – 16
Das Doppelbildwort vom Salz und vom Licht
13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden. 14 Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. 15 Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. 16 So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.
