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Sonntags Ge-danken

by Wilfried Römer / Samstag, 16 Mai 2026 / Published in Geistlicher Impuls

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

Copyright / Urheber Wilfried Römer

Jan Opiéla,
Präses der Katholischen Landvolkbewegung im Erzbistum Köln

7. Sonntag der Osterzeit A (2026) Lesungen: Apg 1, 12 – 14 und Evangelium: Joh 17, 1 – 11a, 17.05.2026

Außen nass und innen feucht fröhlich so haben vielleicht ganz viele dieses lange Wochenende in Erinnerung, wobei sie gar nicht realisieren, dass wir letztendlich dies alles einem kirchlichen Feiertag zu verdanken haben, dem Hochfest ‚Christi Himmelfahrt‘.

Die Stimmung von Verlust (nur noch wenige da) und Abschied (den auch noch feiern?), welche wohl in den allermeisten Feiertagsgottesdiensten vorgeherrscht haben mag, scheint sich in der Darstellung aus der Apostelgeschichte bei der kleinen Anhängerschaft Jesu widerzuspiegeln. ‚Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie ständig blieben … Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern‘ (Apg 1, 13 u. 14). Ihr offensichtliches, bis dahin anhaltendes österliches ‚Halleluja‘, schien ihnen mit der Himmelfahrt Jesu entschwunden, genauso wie der Bezugs- und Identifikationspunkt ihres Lebens.

Doch was wäre es gerade für sie ein Einfaches gewesen sich zu erinnern, zumal sie ja schon im ‚Obergemach‘ versammelt waren, dem Ort wo sie im gemeinsamen Mahl von Brot und Wein erkannt hatten: ‚… dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. … Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast‘ (Joh 17, 7 u. 8).

Ein ‚Erkennen‘ der Gegenwart Gottes, was nicht einmalig bleibt, sondern mit der einen ‚Communio‘ für immer verinnerlicht und als ‚Erinnerung‘ im gemeinsamen Brechen des Brotes und Reichen des Kelches jederzeit real(präsent) werden lässt! Doch was nützt diese uns überlassene Teilhabe am göttlichen Geheimnis, wenn die Gemeinschaft nach und nach ausbleibt? Studien zufolge sogar immer weniger Menschen an gemeindlich-sakralen Angeboten wie Sonntagsgottesdienste oder dem kompletten ‚Set an Sakramenten‘ interessiert sind, sondern eher an einer Begleitung bei Lebensübergängen oder Krisen. Folglich wird die Kirchengemeinde als lebensbegleitender  Bezugspunkt  immer  uninteressanter.

Erstaunlich, dass man im Erzbistum Köln dem schon recht früh mittels eines pastoralen Schlagwortes von der ‚geh hin Kirche‘ begegnet ist. So gab es mal die Camping-Seelsorge, die ‚Messe am Arbeitsplatz‘ oder draußen irgendwo in der Natur, ganz selbstverständlich am Pfingstmontag den ökumenischen Gottesdienst, bis hin zum frommen Impuls in der Stammkneipe, um ganz gleich wie, den Menschen als Kirche nur nahe zu sein.

Alles abgeschafft und in Transformationsprozessen, begleitet und gecoacht von international tätigen Organisationsberatungen, in die Zuständigkeit der neuen Großpfarreien übergeben. Es bleibt zu bezweifeln, ob damit nun eine Öffnung auf Welt hin erfolgt oder nicht sogar ein Kreisen um sich selbst eher verstetigt wurde.

Schon der Johannes Evangelist scheint mit der Fixierung auf die Person Jesu eine ähnlich introvertierte Situation der frühchristlichen Gemeinden erkannt zu haben und bietet mit seinem Evangelium eine Transferhilfe an. Dem Sitzen – Trauern – Hoffen – Beten entgegnet er mit einem klaren Erkennen und Benennen von Realität (vgl. Vers 11). Und mittels einer Horizonterweiterung, quasi einen Blick über den vertrauten ‚Tellerrand‘ Jesus (vgl. Vers 10), findet eine Vermittlung und folglich eine Verbindung zu GOTT(Vater) statt (vgl. Vers 9).

Doch ein Aufbruch wird auch uns nur gelingen, wenn ich die Offenbarungsgeschichte Jesu als glaubwürdig für mich erkenne, dann als Glaube annehme und nicht zuletzt auch daran festhalte, selbst wenn wir ganz ungewissen Zeiten entgegengehen. Was nun fehlt, ist der letzte Anstoß, den der 104. Katholikentag in Würzburg meint, uns mit dem Motto ‚Hab Mut, steh auf!‘ mitgeben zu können, selbst wenn wir uns jetzt nicht in überfüllte Diskussionsforen gezwängt haben und von dem Überangebot einer Kirchenmeile in den ‚katholischen‘ Bann geschlagen worden sind. Denn bei all unseren, noch so gut gemeinten Bemühungen, dürfen wir ja auf das Versprechen Jesu hoffen, den Beistand, den Geist … Pfingsten!

Für Rückmeldungen und zur Diskussion: jan.opiela@web.de

Biblische Texte zum 7. Sonntag der Osterzeit im Lesejahr  A (2026)

Lesung: Apostelgeschichte ( 1, 12 – 14 )

DIE KIRCHE IN JERUSALEM

Weisungen und Himmelfahrt des Auferstandenen

12 Dann kehrten sie von dem Berg, der Ölberg genannt wird und nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück.[2]

Die betende Urgemeinde

13 Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. 14 Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.[3]

Evangelium: Johannes ( 17, 1 – 11a )

Das Gebet des scheidenden Jesus

1 Dies sprach Jesus. Und er erhob seine Augen zum Himmel und sagte: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht! 2 Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. 3 Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus. 4 Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. 5 Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war! 6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir und du hast sie mir gegeben und sie haben dein Wort bewahrt. 7 Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. 8 Denn die Worte, die du mir gabst, habe ich ihnen gegeben und sie haben sie angenommen. Sie haben wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. 9 Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. 10 Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. 11 Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt und ich komme zu dir.

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