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Jan Opiéla
Präses der Katholischen Landvolkbewegung
im Erzbistum Köln
Dreifaltigkeitssonntag (Hochfest) A 2026 Lesung: 2 Kor 13, 11 – 13 und Evangelium: Johannes 3, 16 – 18, 31.05.2026
Die (Süd)Pfälzer sind schon ein eigenes Völkchen und nicht erst im weinseligen Zustand von der sprachlichen Artikulation her schwer zu verstehen, sondern schon dann, wenn augenzwinkernd so ein Satz rausgehauen wird, wie: „Geh mit Gott aber geh!“. Welcher Gott ist da wohl gemeint? Es könnte vielleicht der aus der Wolke vom Sinai herabgestiegene passen, der sich im Buch Exodus als ein ‚… barmherziger und gnädiger Gott, langmütig reich an Huld und Treue‘ selbst vorstellt und von Mose gerade deshalb gebeten wird, sein störrisches Volk ins gelobte Land zu begleiten (vgl. Verse 6 u. 9), wie ebenso den allzu späten Gast in der Pfälzer Weinstube, der einfach nicht gehen will?
Auch Paulus verspricht in Korinth, bei entsprechend friedlichem Wohlverhalten seiner Gemeinden, einen Gott der Liebe und des Friedens und fordert nach dem ‚heiligen Kuss‘ sogar zum gegenseitigen Gruß mit den Worten auf: ‚Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!‘ (vgl Vers 11-13). Damit hätten wir nun eine ganze Bandbreite von ‚GOTT‘ die wir in dem ‚einen‘ unterzubringen hätten. Denn schließlich sind wir neben Juden und Muslimen als Christen wirklich VertreterInnen einer ‚monotheistischen‘ Religion, auch wenn wir uns mit Gott, dem Vater (= Ursprung: folglich auch ‚Mutter‘!), Jesus dem Sohn und dem Heiligen Geist bezeichnen! Allein, das reicht noch nicht, dass wir drei Personen benennen aber den einen ‚Gott‘ (griechisch = mono Theos) meinen, sondern gleichzeitig auch noch über uns selbst ein ‚Kreuz schlagen‘, was ein absolutes Zeichen von Tod und Schmach ist, doch wir dabei gleichzeitig ‚Auferstehung‘ zu einem ewigen Leben glauben sollen. Schizophrener kann es auf dem Hintergrund eins völlig rational ausgerichteten Verstehens von Welt in unseren Breitengraden, kaum noch gehen!
Deshalb heißt es dann in dem Abschnitt zu ‚Dreifaltigkeit‘ aus dem Katechismus der Katholischen Kirche (Kompendium, München, 2005, S. 44/5) dann auch:
‚Das zentrale Geheimnis des christlichen Glaubens und Lebens ist das Mysterium der Heiligsten Dreifaltigkeit. Davon ausgehend werden die Christen auch im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft. Schon in der Schöpfung und im Alten Testament hat Gott Spuren seines dreifaltigen Wesens hinterlassen, jedoch sein innerstes Wesen als Heilige Dreifaltigkeit stellt ein Geheimnis dar, das der menschlichen Vernunft allein nicht zugänglich ist und vor der Menschwerdung des Sohnes Gottes und der Sendung des Heiligen Geistes auch dem Glauben Israels unzugänglich war.‘
Mithin ist das Zentrale unseres Glaubens ein wahrhaft ‚geheimnisvolles Mysterium‘ (!), vergleichbar mit dem Magma im Erdinneren, was unserem Erdball den Halt gibt. Doch heißt das nun nicht für Kirche, alles, was man so nicht ändern möchte, gar meint, nicht aufklären zu können oder besser, gar nicht erst enträtseln will, einfach als göttlich gewolltes Geheimnis darzustellen! Denn wie am Laacher See, blubbert es und tritt das Innerste hier als vulkanische Aktivität in der Spätphase als geruchlich vernehmbare Mofetten nach außen. Zeugnisse der großen Ausbrüche finden wir überall in der Vulkaneifel oder erreichen uns selbst heute noch aus Übersee als dunkle, den Flugverkehr störende Aschewolken in der Stratosphäre.
So ist auch Jesus aus diesem innersten Göttlichen hervorgetreten, wenn es im Evangelium heißt:
‚Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird‘ (Vers 17). Zumindest scheinen wir das schon mal zu wissen, dass Gott nicht strafend richtet und es ihm somit umgekehrt an unserer Herzlichkeit liegt, womit wir zumindest eine Facette der kaum verstehbaren Dreifaltigkeit Gottes nach außen deutlich machen können,
Für Rückmeldungen und zur Diskussion: jan.opiela@web.de
Biblische Texte zum Hochfest DREIFALTIGKEIT A (2026) am ersten Sonntag nach Pfingsten
Lesung: Exodus 14, 4b . 5-6 . 8-9
Vergebung und Bundeserneuerung
4 Da hieb Mose zwei Tafeln aus Stein zurecht wie die ersten. Früh am Morgen stand er auf und ging auf den Sinai hinauf, wie es ihm der HERR aufgetragen hatte. Die beiden steinernen Tafeln nahm er mit. 5 Der HERR aber stieg in der Wolke herab und stellte sich dort neben ihn hin. Er rief den Namen des HERRN aus. 6 Der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der HERR ist der HERR, ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig und reich an Huld und Treue: 7 Er bewahrt tausend Generationen Huld, nimmt Schuld, Frevel und Sünde weg, aber er spricht nicht einfach frei, er sucht die Schuld der Väter bei den Söhnen und Enkeln heim, bis zur dritten und vierten Generation. 8 Sofort verneigte sich Mose bis zur Erde und warf sich zu Boden. 9 Er sagte: Wenn ich Gnade in deinen Augen gefunden habe, mein Herr, dann ziehe doch, mein Herr, in unserer Mitte! Weil es ein hartnäckiges Volk ist, musst du uns unsere Schuld und Sünde vergeben und uns dein Eigentum sein lassen!
Lesung: aus dem zweiten Brief des Apostel Paulus an die Korinther ( 13, 11 – 13 )
ABSCHLIESSENDE MAHNUNGEN, GRÜSSE UND SEGENSWUNSCH
11 Im Übrigen, Brüder und Schwestern, freut euch, kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, haltet Frieden! Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. 12 Grüßt einander mit dem heiligen Kuss! Es grüßen euch alle Heiligen. 13 Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!
Evangelium: Johannes ( 3, 16 – 18 )
Das Gespräch mit Nikodemus in Jerusalem
16 Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. 17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. 18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.
