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Sonntags Ge-danken

by Wilfried Römer / Samstag, 25 Oktober 2025 / Published in Geistlicher Impuls
Bild von Jan Opiela













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Jan Opiéla, kath. Seelsorger
für ‚Roma u. Sinti‘ im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz
und Präses der Katholischen Landvolkbewegung im Erzbistum Köln

30. Sonntag im Jahreskreis C (2025) Lesung: aus dem Buch Jesus Sirach 35, 15b – 17 . 20 – 22a und Evangelium: Lukas 18, 9 – 14, 26.10.2025

Wenn wir biblischen Texten anschaulich Geltung verschaffen wollen, dann könnte es eine Vorgehensweise sein, sie mit den Bildern unserer Zeit zu versehen.

Gelänge es, alle Selbstdarsteller und Regenten – Männer wie Frauen -, welche die Welt im Kleinen wie im Großen in Atem halten in Kirchen, Tempeln, Moscheen und Synagogen zu einem Schuldbekenntnis wie im Evangelium nach Lukas zu versammeln, würde es in den ersten Reihen mit Blick auf die Gebäudesicherheit wahrscheinlich gefährlich knubbelig werden. Ganz hinten hingegen fänden sich dann alle die ein, welche je nach Definition nicht mehr ins (Stadt-)Bild passen. Wohingegen andere wegen behördlicher Gründe schon gar nicht mehr kommen können, wie der nun einsitzende frühere französische Staatschef Nicolas Sarkozy oder beispielsweise die 17köpfige syrische Großfamilie, welche nach insgesamt 160 nachgewiesenen Straftaten im Anschluss an die Haftverbüßung tatsächlich abgeschoben werden konnte.

‚Gott, sei Dank!‘, denken wir dann vielleicht ganz still vor uns hin und haben womöglich einen Gott des Rechts vor Augen, der unparteiisch ist und keinen begünstigt, die Klagen der Bedrängten und Armen wahrnimmt und ihnen Recht verschafft, einem gerechten Richter vergleichbar (vgl. 15-17). So zumindest hat es der Weisheitslehrer Ben Sirach für die Schüler seiner Privatschule um 190/180 v.Chr. niedergeschrieben, wo es auch heißt, wer nun Gott in diesem Sinne ‚wohlgefällig dient, der wird angenommen und sein Bittruf erreicht die Wolken‘ (Vers 20), was gleichfalls plausibel klingt.

Aber nur ein Blick in das Evangelium, wo doch der Pharisäer in der Abgrenzung zum Zöllner alles richtig zu machen scheint, reicht schon und wir werden eines Besseren belehrt, wenn der gesellschaftlich verpönte Zöllner nun ‚als Gerechter‘ nach Hause zurückkehrt!

Sollten wir denn nicht erleichtert sein, wenn wie in unserem fiktiven Bild die ‚Großen‘ in ihrem Schuldbekenntnis wieder zueinanderfinden könnten und selbst dabei auch vollmundige Versprechungen getätigt würden, die denen des Pharisäers im Evangelium gleichkämen? Ein Einfrieren des Ukraine Krieges an der Frontlinie, ein Wiederaufbau mit einer politischen Lösung im Gaza/Israel Konflikt oder ein wiedererstarkendes, demokratisches Syrien, sind das denn nicht Angebote, wo selbst ein Gott schwach werden müsste?

Jesus hingegen lässt sich nicht beirren und hat gleich den Zöllner im Blick, der schon mit gesenktem Haupt ganz hinten stehen bleibt und durch nur einen Satz ‚Gott, sei mir Sünder gnädig!‘ (Vers 13) zu überzeugen scheint. Vielleicht hat Jesus gespürt, dass mit dem vermeintlich wenigen bei dem Zöllner eine Revision des Lebens einhergeht und er sich eingesteht, den falschen Lebensweg eingeschlagen zu haben. Allein diese Selbsterkenntnis und dann noch, wenn auch nur kleinlaut, offen ausgesprochen, hat Gewicht, zumal der Zöllner die Form des Gebetes wählt. Denn damit setzt er auf die Offenheit einer göttlichen Annahme und hofft, trotz der Unbegreiflichkeit Gottes auf Antwort als Möglichkeit eines göttlichen Handelns.

An dieser Stelle wird man jedoch den Eindruck nicht los, dass genau eine solche Demutshaltung nun die Blaupause für eine neue Innerlichkeit in unserer Kirche abgibt, welche sich im ‚Lebensbekenntnis‘ einzelner ‚Speaker‘ auf charismatischen Jugendveranstaltungen, in ‚Anbetungs-events‘ oder gar jetzt in einer Stellenausschreibung für pastorale Kräfte niederschlägt, wo das Aufgabenfeld scherpunktmäßig mit ‚Gemeindebildung und Lobpreis‘ umschrieben wird. Es wäre fatal, wenn wir uns ins kirchliche ‚Off‘ zurückziehen würden und uns von den selten Demütigen, welche immer vorne stehen, mit frommer Abscheu abwenden würden. Wir hätten heute als Kirche verloren, wenn wir nicht bereit sind, beide – im Tempel – anzunehmen, dabei jedoch nachdrücklich deutlich machen müssen, dass ein Schuldbekenntnis auf Kosten anderer kaum von Wert ist.

Für Diskussion, Anregungen und Fragen: jan.opiela@web.de

Biblische Texte  zum 30. Sonntag im Jahreskreis C  (2025)

Lesung: aus dem Buch Jesus Sirach 35, 15b – 17 . 20 – 22a

1 Wer das Gesetz hält, bringt viele Gaben dar, /[1] 2 ein Heilsopfer, wer die Gebote hält. 3 Wer Wohlwollen vergilt, der bringt feinstes Weizenmehl dar, / 4 und wer ein Almosen gibt, spendet ein Lobopfer. 5 Abkehr vom Bösen findet das Gefallen des Herrn: / Als Sühne gilt ihm die Abkehr vom Unrecht. 6 Erscheine nicht mit leeren Händen vor dem Angesicht des Herrn, / 7 denn dies alles geschieht um des Gebots willen! 8 Die Gabe eines Gerechten bereichert den Altar / und ihr Wohlgeruch steigt auf zum Höchsten. 9 Das Opfer eines gerechten Mannes wird angenommen / und die Erinnerung daran wird nicht vergessen. 10 Mit großzügigem Auge preise den Herrn / und schmälere nicht die Erstlingsgabe deiner Hände! 11 Bei jeder Gabe mache ein heiteres Gesicht / und weihe den Zehnt mit Freude! 12 Gib dem Höchsten, wie er dir gegeben hat, / und gib mit großzügigem Auge nach dem Ertrag der Hand! 13 Denn der Herr ist einer, der vergilt, / und er wird dir siebenfach vergelten. 14 Bestich ihn nicht, denn er wird es nicht annehmen / 15 und vertrau nicht auf ungerechte Opfer! Denn der Herr ist Richter / und es gibt vor ihm kein Ansehen der Person. 16 Er bevorzugt niemanden gegenüber einem Armen, / die Bitte eines ungerecht Behandelten wird er erhören. 17 Er missachtet nicht den Hilferuf der Waise / und die Witwe, wenn sie ihren Jammer ausschüttet. 18 Fließen nicht Tränen der Witwe über die Wangen / 19 und richtet sich der Schrei nicht gegen den, der sie hinabfließen ließ?[2] 20 Wer Gott wohlgefällig dient, wird angenommen / und seine Bitte dringt bis in die Wolken. 21 Das Gebet eines Demütigen durchdringt die Wolken, / und bevor es nicht angekommen ist, wird er nicht getröstet / und er lässt nicht nach, bis der Höchste daraufschaut. 22 Und er wird für die Gerechten entscheiden und ein Urteil fällen. / Und der Herr wird gewiss nicht zögern und nicht langmütig sein gegen die Unbarmherzigen, / bis er ihre Hüften zerbrochen hat.

Evangelium: nach Lukas 18, 9 – 14

Das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner

9 Einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, erzählte Jesus dieses Gleichnis: 10 Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. 11 Der Pharisäer stellte sich hin und sprach bei sich dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. 12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den zehnten Teil meines ganzen Einkommens. 13 Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig! 14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt nach Hause hinab, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

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