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Jan Opiéla, Präses der Katholischen Landvolkbewegung im Erzbistum Köln
OSTERN im Jahreskreis A (2026) Epistel: Röm 6, 3 – 11 und Evangelium: Matthäus 28, 1 – 10
Weltweit sind es immer die Frauen, die sich naturgemäß in der ‚tragenden‘ Rolle wiederfinden können. Denn wir alle sind schon vor unserem ersten Schrei jeweils von einer Frau getragen worden, die sich als zumeist liebevolle Mutter meiner immer wieder angenommen hat. Eindrucksvoll beschreibt die Bibel diese Sequenzen in der Begegnung von Maria mit ihrem Sohn Jesus, sei es, als der Kleine auf der Pilgerreise verlorengeht und sich im Tempel bei den Honoratioren wiederfindet oder förmlich als begleitender Schatten am Kreuzweg. Dort hält sie sogar bis zum grausamen Ende ihres Sohnes unter dem Kreuz durch, was sich in vielen Stationsbildern kirchlicher Kreuzwege drastisch und ausdruckstark interpretiert findet.
Auch wenn diese ‚starken‘ Frauen die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen, werden ihnen die staatstragenden Rollen in vergleichbarer Anzahl rund um den Globus bis heute vorenthalten. Erst recht unbedeutend war ihre Rolle zur Zeit Jesu, wo ihr Zeugnis, z.B. vor Gericht oft als weniger zuverlässig galt.
Von daher ist es umso erstaunlicher, dass im Evangelium nach Matthäus es gerade ‚Maria aus Mágdala und die andere Maria‘ (s. Vers 1) sind, welche die erste Zeugenschaft begründen für das Fehlen von Jesu Leichnam und die außergewöhnlichen Ereignisse an der Grabeshöhle, woraus sich sogleich schon zu diesem frühen Zeitpunkt die Deutung als ‚Auferstehung‘ ergab.
Eine recht schmale, aber immerhin einleuchtende Beweisführung für die Echtheit dieser Vorgänge könnte nun sein, dass man mit Sicherheit nicht Frauen hätte als Zeuginnen auftreten lassen, wenn es darum gegangen wäre, eine durch und durch, erfundene Geschichte, im wahrsten Sinne des Wortes, an den Mann zu bringen. Das Ganze wäre nämlich schon an der Glaubwürdigkeit der Augenzeuginnen gescheitert! Darüber hinaus bleibt die weibliche Zeugenschaft hier am sogenannten ‚Ostermorgen‘ ganz der Verkündigungsline dieses außergewöhnlichen Wanderpredigers Jesus, der einer von vielen seiner Zeit war, treu. Denn er umgab sich nicht nur mit Frauen in seiner Jüngerschaft, sondern ist auch immer wieder beispielhaft auf Frauen zugegangen, um sie vom Rand der Gesellschaft in die Mitte zurückzuholen. Womit sein Tun und seine Lehre gleichfalls wie in vielem, nun auch in diesem Bereich des öffentlichen Umganges mit Frauen, den gesellschaftlichen Mainstream permanent kontrastierte.
Mit dem ‚Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen‘ (s. Vers 10) setzt Jesus Frauen ein, um die Basis für den christlichen Glauben ‚Jesus hat den Tod überwunden, er ist auferstanden und lebt‘ öffentlich zu machen. Von daher lag es nicht fern, dass die hier besonders hervorgehobene Maria Magdalena als Überbringerin der ‚Frohen Botschaft‘ von der kirchlichen Tradition schon recht früh den Titel einer ‚Apostelin der Apostel‘ erhalten hatte.
Alles längst vergangen, damit Geschichte und über Jahrhunderte aufgesaugt von männlich dominierten Machtstrukturen, so dass von dem jesuanischen Kontrastprogramm in Sachen ‚Frauen‘, zumal in repräsentativer Kirche nicht viel übriggeblieben ist. Und so wird aus den, Jahr für Jahr aufs Neue verlesenen historischen Dokumenten eine nette Geschichte durch die dann auch der mit bunten Eiern bepackte Osterhase gut durchhoppeln kann und so das leere Grab zur malerischen Hintergrund Deko werden lässt.
‚Auferstehung‘ wird erst spürbar glaubhaft, wenn die demonstrativ in Kirche, gleich einer Gallionsfigur, ganz vorne an gestellte ‚Frauenfrage‘ von den Apostelinnen selber übernommen wird und sie uns von dieser Auferstehung dann authentisch und glaubhaft berichten werden können.
Für Rückfragen und zur Diskussion jan.opiela@web.de
Biblische Texte zu OSTERN Lesejahr A ( 2026 )
Epistel: aus dem Brief des Apostel Paulus an die Römer 6, 3 – 11
Ermöglichung eines neuen Lebens durch die Taufe
1 Was sollen wir nun sagen? Sollen wir an der Sünde festhalten, damit die Gnade umso mächtiger werde? 2 Keineswegs! Wie können wir, die wir für die Sünde tot sind, noch in ihr leben? 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?[1] 4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln. 5 Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verbunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein. 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde, sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind. 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. 8 Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. 9 Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn. 10 Denn durch sein Sterben ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott. 11 So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
Evangelium: Matthäus 28, 1 – 10
Die Frauen am leeren Grab
1 Nach dem Sabbat, beim Anbruch des ersten Tages der Woche, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. 2 Und siehe, es geschah ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. 3 Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. 4 Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot. 5 Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. 6 Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch den Ort an, wo er lag! 7 Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. 8 Sogleich verließen sie das Grab voll Furcht und großer Freude und sie eilten zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.
Die Erscheinung des Auferstandenen vor den Frauen
9 Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. 10 Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen.
